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Digitale Barrierefreiheit: Pain Points erkennen

von | 22.06.2026

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Nachdem wir in den letzten Artikeln geklärt haben, welche Pflichten und Chancen das BFSG bringt und ob die eigene Website vom BFSG betroffen ist, folgt meist folgende Frage:

Wie lässt sich digitale Barrierefreiheit konkret umsetzen?

In der Praxis zeigt sich: digitale Barrierefreiheit entsteht selten durch ein einzelnes großes Projekt. Sie entwickelt sich vielmehr durch viele gezielte Verbesserungen, die Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Entscheidend ist deshalb ein realistischer Einstieg. Unternehmen sollten zunächst verstehen, welche Faktoren digitale Barrierefreiheit wirklich beeinflussen und wo sich mit überschaubarem Aufwand erste Verbesserungen erreichen lassen.

Wie setzt man digitale Barrierefreiheit um? 

Digitale Barrierefreiheit lässt sich in den meisten Fällen schrittweise umsetzen. Einige wichtige Maßnahmen sind eine klare Seitenstruktur, ausreichende Farbkontraste, Alternativtexte für Bilder, verständliche Inhalte und eine Website, die vollständig per Tastatur bedienbar ist. 

Unternehmen sollten zunächst bestehende Barrieren identifizieren und anschließend priorisieren, welche Anpassungen kurzfristig umgesetzt werden können. 

Ein sinnvoller Einstieg besteht darin, die eigene Website aus der Perspektive verschiedener Nutzergruppen zu betrachten. Lassen sich Inhalte leicht lesen? Funktioniert die Navigation intuitiv? Sind wichtige Informationen schnell auffindbar? 

Solche Fragen helfen dabei, typische Barrieren zu erkennen. Oft zeigt sich bereits bei dieser ersten Analyse, dass kleinere Anpassungen große Auswirkungen auf die Nutzbarkeit einer Website haben können. 

Welche Maßnahmen sind für barrierefreie Websites besonders wichtig? 

Zu den wichtigsten Maßnahmen für barrierefreie Websites gehören ausreichende Farbkontraste, klar strukturierte Überschriften, Alternativtexte für Bilder, verständliche Inhalte und eine Navigation, die vollständig mit der Tastatur bedient werden kann. 

Design und Struktur als Grundlage 

Viele Barrieren entstehen bereits im Designprozess. Farbkontraste, Schriftgrößen und Abstände wirken auf den ersten Blick wie gestalterische Details. Tatsächlich haben sie jedoch großen Einfluss auf die Lesbarkeit digitaler Inhalte. 

Wenn Text und Hintergrund zu wenig Kontrast besitzen, können Menschen mit Sehbeeinträchtigungen Inhalte nur schwer erkennen. Gleichzeitig profitieren auch viele andere Nutzerinnen und Nutzer von besser lesbaren Inhalten, etwa bei der Nutzung mobiler Geräte oder bei schwierigen Lichtverhältnissen. 

Auch die Struktur einer Website spielt eine zentrale Rolle. Inhalte sollten logisch gegliedert sein und eine klare Hierarchie besitzen. Überschriften helfen dabei, Themen zu strukturieren und erleichtern sowohl Menschen als auch Assistenztechnologien die Orientierung. 

Eine gut strukturierte Seite wird dadurch schneller erfassbar und verbessert gleichzeitig die allgemeine Nutzererfahrung. 

Technik bleibt ein wichtiger Bestandteil 

Neben Design und Struktur spielt auch die technische Umsetzung eine entscheidende Rolle. Barrierefreie Websites müssen beispielsweise mit Screenreadern kompatibel sein und sich vollständig über die Tastatur bedienen lassen. 

Besonders wichtig ist dabei die semantische Struktur des HTML-Codes. Überschriften, Listen und Navigationsbereiche sollten korrekt ausgezeichnet sein, damit Assistenztechnologien Inhalte richtig interpretieren können. 

Auch Bilder benötigen zusätzliche Informationen. Alternativtexte beschreiben den Inhalt eines Bildes für Nutzerinnen und Nutzer, die es nicht visuell wahrnehmen können. Dadurch bleiben wichtige Informationen zugänglich. 

Content wird häufig unterschätzt 

Inhalte selbst können ebenfalls Barrieren darstellen. Texte, die sehr komplex formuliert sind oder eine unklare Struktur besitzen, erschweren vielen Menschen den Zugang zu Informationen.  

Klare Sprache, kurze Absätze und aussagekräftige Zwischenüberschriften helfen dabei, Inhalte leichter verständlich zu machen. Auch präzise Linktexte tragen dazu bei, dass Nutzerinnen und Nutzer besser nachvollziehen können, wohin ein Link führt. 

Damit wird deutlich, dass Barrierefreiheit nicht nur eine technische Aufgabe ist. Redaktion, Design und Entwicklung tragen gemeinsam dazu bei, digitale Inhalte zugänglich zu gestalten. 

LEICHTE VS. EINFACHE SPRACHE

Die Begriffe „Leichte Sprache“ und „Einfache Sprache“ werden oft als Synonyme verwendet, unterscheiden sich jedoch in ihrer Form, Zielgruppe und den Regeln. Während Leichte Sprache vor allem für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder kognitiven Beeinträchtigungen entwickelt wurde, richtet sich Einfache Sprache zusätzlich an Menschen mit Leseschwäche, geringen Deutschkenntnissen oder begrenzter Lese-Schreibfähigkeit. 

Fazit 

Digitale Barrierefreiheit umzusetzen bedeutet nicht, eine Website komplett neu zu entwickeln. In vielen Fällen reicht ein strukturierter Blick auf bestehende Inhalte und Funktionen, um erste Verbesserungen zu identifizieren. 

Design, Technik und Inhalte spielen dabei gleichermaßen eine Rolle. Erst das Zusammenspiel dieser Bereiche sorgt dafür, dass digitale Angebote tatsächlich zugänglich werden. 

Unternehmen, die frühzeitig beginnen, Barrieren auf ihrer Website zu reduzieren, schaffen nicht nur rechtliche Sicherheit. Sie verbessern gleichzeitig die Qualität ihrer digitalen Angebote und erreichen mehr Menschen. 

Irene Lehmann

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich meine Website wegen digitaler Barrierefreiheit komplett neu entwickeln?

In den meisten Fällen ist ein kompletter Relaunch nicht notwendig. Viele Verbesserungen lassen sich innerhalb bestehender Systeme umsetzen, etwa durch bessere Kontraste, klarere Strukturen oder optimierte Inhalte. 

Auch bestehende Content-Management-Systeme lassen sich meist schrittweise optimieren. Wichtig ist ein strukturierter Ansatz, der sich an den internationalen WCAG-Richtlinien orientiert. 

Welche Barrierefreiheits-Bereiche einer Website sind besonders wichtig?

Besonders relevant sind Navigation, Farbkontraste, Überschriftenstruktur, Alternativtexte für Bilder und verständliche Inhalte. Diese Elemente sorgen dafür, dass Websites sowohl für Menschen als auch für Assistenztechnologien wie Screenreader besser zugänglich sind. 

Wer ist im Unternehmen für Barrierefreiheit verantwortlich?

Digitale Barrierefreiheit ist keine reine Technikaufgabe und betrifft mehrere Bereiche innerhalb eines Unternehmens und funktioniert am besten als Teamaufgabe. Design, Entwicklung und Redaktion arbeiten idealerweise zusammen, um digitale Angebote zugänglich zu gestalten. 

Wie beginne ich am besten mit der Umsetzung von Barrierefreiheit?

Ein erster Schritt ist eine Analyse der bestehenden Website. Dabei lassen sich typische Barrieren identifizieren und priorisieren. Auf dieser Grundlage können Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden. Viele Unternehmen beginnen mit besonders wichtigen Bereichen wie Navigation, Formularen oder zentralen Inhaltsseiten. 

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