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Digitale Barrierefreiheit im Redaktionsalltag

von | 13.07.2026

Artikel zusammenfassen mit:

In den vorherigen Teilen unserer Serie ging es vor allem um die Grundlagen digitaler Barrierefreiheit: Wir haben betrachtet, warum barrierefreie Websites wichtiger werden, wie Unternehmen Barrieren analysieren können und warum Barrierefreiheit für Suchmaschinen und KI-Systeme auch eine wichtige Rolle spielt.

Dabei zeigt sich, dass viele Maßnahmen zur digitalen Barrierefreiheit nicht nur Technik oder Design betreffen, sondern auch die Inhalte selbst: Redaktionelle Inhalte entscheiden maßgeblich darüber, wie zugänglich digitale Angebote tatsächlich sind. Selbst technisch perfekt umgesetzte Websites können für viele Menschen schwer verständlich sein, wenn Texte unklar formuliert sind oder Informationen schlecht strukturiert werden.

Digitale Barrierefreiheit beginnt deshalb häufig bereits im Redaktionsalltag.

Warum spielt Content eine zentrale Rolle für digitale Barrierefreiheit?

Inhalte bilden das Herz jeder Website. User besuchen digitale Angebote in der Regel, um Informationen zu finden, Produkte zu entdecken oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Wenn diese Inhalte schwer verständlich sind, entsteht schnell eine Barriere.

Gerade im digitalen Raum ist Aufmerksamkeit begrenzt. User scannen Inhalte häufig nur kurz, bevor sie entscheiden, ob sie weiterlesen. Barrierefreie Inhalte zeichnen sich daher durch eine klare Struktur aus: Überschriften gliedern Themen, Absätze strukturieren Gedanken und präzise formulierte Linktexte helfen bei der Orientierung. Diese Prinzipien sind gleichzeitig grundlegende Qualitätsmerkmale guter redaktioneller Arbeit. Eine klare Struktur und verständliche Formulierungen erleichtern die Lesbarkeit für alle und sind ein klares Win-Win.

Wie schreibt man barrierefreie Inhalte? 

Barrierefreie Inhalte entstehen vor allem durch ein bewusstes Verständnis für die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen. Ein wichtiger Ansatz besteht darin, Informationen möglichst klar und verständlich zu formulieren. 

 

  • Kurze und verständliche Sätze verwenden: Lange, verschachtelte Sätze erschweren vielen Menschen das Lesen. Auch Fachbegriffe oder komplexe Formulierungen können Barrieren darstellen, wenn sie nicht erklärt werden. Eine klare Sprache hilft dabei, Inhalte zugänglicher zu machen, ohne dass sie an fachlicher Tiefe verlieren müssen. 
  • Texte logisch strukturieren: Klare Zwischenüberschriften helfen Leserinnen und Lesern, Inhalte schneller zu erfassen. Absätze sollten thematisch zusammenhängende Gedanken bündeln und nicht zu lang werden. Dadurch entsteht ein Text, der leichter überblickt werden kann. 
  • Präzise Linktexte formulieren: Statt allgemeiner Formulierungen wie „hier klicken“ ist es sinnvoller, den Inhalt eines Links direkt zu benennen. So erkennen User sofort, wohin ein Link führt. 

Typische Fehler bei redaktionellen Inhalten vermeiden

Auch gut gemeinte Inhalte können unbeabsichtigt Barrieren erzeugen. Häufig entstehen diese durch gewohnte Schreib- und Strukturmuster im Redaktionsalltag, zum Beispiel durch sehr lange Textabschnitte, unklare Linktexte oder komplexe Fachsprache. Solche Elemente erschweren es vielen Menschen, Inhalte schnell zu erfassen.

Häufige Barrieren in redaktionellen Inhalten und bessere Alternativen:

 

Häufige Barriere Bessere Alternative
Lange, verschachtelte Sätze mit mehreren Nebensätzen Kurze, klare Sätze mit einer zentralen Aussage
Große Textblöcke ohne Zwischenüberschriften Strukturierte Texte mit aussagekräftigen Zwischenüberschriften
Allgemeine Linktexte wie „hier klicken“ oder „mehr erfahren“ Präzise formulierte Linktexte, die den Zielinhalt beschreiben
Fachbegriffe ohne kurze Erklärung Kurze, verständliche Erklärungen für Fachbegriffe
Bilder oder Grafiken ohne Alternativtexte Alternativtexte, die den Inhalt eines Bildes kurz beschreiben

Welche Rolle spielen Bilder und Medien hinsichtlich Accesibility? 

Neben Texten gehören auch Bilder, Grafiken oder Videos zu vielen digitalen Inhalten. Sie können komplexe Themen anschaulich vermitteln und Informationen leichter verständlich machen. Gleichzeitig können visuelle Inhalte jedoch auch neue Barrieren erzeugen, wenn sie nicht barrierefrei aufbereitet sind. Damit visuelle Inhalte barrierefrei genutzt werden können, sind vor allem zwei Aspekte entscheidend: 

  • Alternativtexte für Bilder: Sie beschreiben den Inhalt eines Bildes. Screenreader lesen diese Beschreibungen vor und ermöglichen so den Zugang zu Informationen, die sonst ausschließlich visuell vermittelt würden. 
  • Untertitel oder Transkripte für Videos: Sie helfen Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, Inhalte vollständig zu verstehen. Gleichzeitig sind sie auch in Situationen hilfreich, in denen Videos ohne Ton angesehen werden, etwa unterwegs oder in öffentlichen Räumen. 

Für die Redaktion bedeutet das, visuelle Inhalte nicht nur aus gestalterischer Perspektive zu betrachten:

Entscheidend ist, dass Medien so eingebunden werden, dass ihre Inhalte auch ohne visuelle oder akustische Wahrnehmung verständlich bleiben

Wie können Redaktionen Barrierefreiheit in ihren Workflow integrieren? 

Digitale Barrierefreiheit wird besonders effektiv, wenn sie nicht als nachträgliche Korrektur betrachtet wird, sondern bereits im redaktionellen Prozess berücksichtigt wird. Wenn Redaktionen klare Leitlinien für barrierefreie Inhalte entwickeln, lassen sich viele Probleme frühzeitig vermeiden. 

Solche Leitlinien können beispielsweise definieren, wie Überschriften strukturiert werden, wie Alternativtexte formuliert sein sollten oder wie Links im Text eingebunden werden. Dadurch entsteht ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Inhalte barrierefrei gestaltet werden können. 

Mit der Zeit wird Barrierefreiheit auf diese Weise zu einem festen Bestandteil redaktioneller Arbeit. Neue Inhalte entstehen automatisch mit einer Struktur, die sowohl für Nutzerinnen und Nutzer als auch für Suchmaschinen leichter zugänglich ist. 

Barrierefreiheit im Redaktionsworkflow:

  1. Struktur vor dem Schreiben planen
  2. klare Überschriftenhierarchie festlegen
  3. Alternativtexte für Bilder erstellen
  4. präzise Linktexte formulieren
  5. Inhalte vor Veröffentlichung prüfen
Irene Lehmann

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Fazit 

Digitale Barrierefreiheit wird häufig als technische Aufgabe verstanden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass redaktionelle Inhalte ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen.  Verständliche Sprache, klare Strukturen und präzise formulierte Inhalte tragen wesentlich dazu bei, digitale Angebote zugänglicher zu machen. Gleichzeitig zeigt sich ein weiterer Effekt: Inhalte, die klar strukturiert und verständlich formuliert sind, werden auch von Suchmaschinen und LLM-Systemen leichter erkannt und verarbeitet.  

Digitale Barrierefreiheit ist daher eingrundlegendes Qualitätsmerkmal moderner digitaler Kommunikation. 

Häufig gestellte Fragen

Was sind barrierefreie Inhalte?

Barrierefreie Inhalte sind Texte, Bilder oder Medien, die so gestaltet sind, dass sie von möglichst vielen Menschen genutzt werden können. Dazu gehören beispielsweise verständliche Sprache, eine klare Struktur mit Überschriften und Absätzen sowie Alternativtexte für Bilder. Ziel ist es, Informationen so aufzubereiten, dass sie für Menschen und Assistenztechnologien gleichermaßen zugänglich sind.

Warum ist Content für Barrierefreiheit wichtig?

Content entscheidet maßgeblich darüber, wie zugänglich eine Website tatsächlich ist. Selbst technisch barrierefreie Websites können schwer zugänglich sein, wenn Inhalte unklar formuliert oder schlecht strukturiert sind. Verständliche Texte, klare Überschriften und präzise formulierte Linktexte erleichtern vielen Menschen den Zugang zu Informationen und verbessern gleichzeitig die Orientierung auf einer Website.

Welche Rolle spielen Alternativtexte?

Alternativtexte beschreiben den Inhalt von Bildern oder Grafiken in kurzer Form. Sie werden von Screenreadern vorgelesen und ermöglichen so Menschen mit Sehbeeinträchtigungen den Zugang zu visuellen Informationen. Gleichzeitig helfen Alternativtexte auch Suchmaschinen und anderen Systemen dabei, den Inhalt von Bildern besser zu verstehen.

Müssen Redaktionen besondere Regeln beachten?

Für barrierefreie Inhalte sind keine komplizierten Regeln notwendig, sondern vor allem klare redaktionelle Leitlinien. Dazu gehören beispielsweise verständliche Sprache, eine logische Überschriftenstruktur, kurze Absätze und präzise formulierte Linktexte. Wenn solche Prinzipien konsequent im Redaktionsworkflow berücksichtigt werden, lassen sich viele Barrieren bereits bei der Erstellung von Inhalten vermeiden.

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